HR 2020: KAMINGESPRÄCH MIT STEPHAN GRABMEIER UND EDMUND KOMAR

Am Mittwoch, den 06. November 2013 lud die Haufe Akademie einen exklusiven Kreis von HR-Managern, Personalleitern und Beratern zu einem Kamingespräch in Neu Isenburg ein. Bei Brezeln, Sekt, Häppchen und Bildschirmschoner-Kaminfeuern (vielen Dank an die Gastgeber für den sympathischen Empfang!) wurde diskutiert, gestaunt und gelacht. Zwei HR-Innovationsexperten, Stephan Grabmeier (Gründer und Geschäftsführer der Innovation Evangelists GmbH) und Edmund Komar (bald Gründer von People Innovation Partners), waren die Referenten. Das Thema des Abends:

HR 2020 – Aufbruch in eine neue Rolle! Was kann HR von Start-ups lernen?

„Märkte sind heute flexibel, Unternehmen sind es nicht. Kulturen und Prozesse sind rund um erfolgreiche Produkte entstanden. Diese Erfolgsrezepte machen gegen radikale Innovationen immun. Das ist das sogenannte ‚Innovators Dilemma‘. Erfolgreiche Startups zeigen, wie radikale Innovation geht.“ So erklärt Edmund Komar, warum HR und reifere Unternehmen von Start-ups lernen sollten.

Während der nächsten zwei Stunden durften wir eine große Bandbreite an Methoden ausprobieren und anhand von Fallbeispielen der Deutschen Telekom AG kennen lernen – vom Question Storming bis zum Corporate Barcamp. Mit den vorgestellten Management-Innovationen könnte man ein ganzes Buch füllen, aber für heute müssen diese zwei Beispiele reichen:

Ideengarten

Ideengarten

Im Ideengarten der Deutschen Telekom AG formieren sich Teams auf einer sozialen Plattform um zunächst unreife Ideen. Diese Teams diskutieren und arbeiten an ihrem Thema und legen dann den zuständigen Managern ihr Konzept vor. „Das Schöne an sozialen Netzwerken ist die Nutzungsoffenheit!“ sagt Stephan Grabmeier. Es finden sich diejenigen zusammen, die für ein Thema brennen. Das hebt das klassische Ideenmanagement (betriebliches Vorschlagswesen) auf eine neue Stufe. Die Erfahrung der Deutschen Telekom AG zeigt die Vorteile von Social Innovation:

  • Schneller: Social Innovation ist schneller als serielles Ideenmanagement. In der Ideenfindungsphase ermöglichen Communities einen viel stärkeren Kreativprozess. Zur Entscheidung sind klassische Prozesse notwendig. Beides kombiniert macht die Wirkung aus.
  • Höherer Nutzen: Wenn Teams neue Produkte entwickeln, ist der monetäre Nutzen höher im Vergleich zu Ideen von Einzelexperten.
  • Höhere Glaubwürdigkeit: Ideen, die von Teams entwickelt wurden, haben eine höhere Akzeptanz im Top-Management. Die Umsetzung ist daher wahrscheinlicher und schneller.

Social Forecasting

Social Forecasting

Experimente mit internen Prognosemärkten gibt es schon seit vielen Jahren, aber seit es die Technologien des Web 2.0 gibt, nutzen immer mehr Unternehmen das Social Forecasting. Zum Start eines Prognosemarkts erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine interne Währung. Die Deutschen Telekom AG hat für das Social Forecasting den Telekom-Dollar eingeführt. Diese interne Währung können die Teilnehmer auf bestimmte Ereignisse in der Zukunft setzen. Wie an der Wall-Street können Mitarbeiter Geld verlieren oder gewinnen, wenn sie z.B. Strategiefragen, Serviceanfälligkeiten oder Technologietrends richtig vorhersagen. So entwickeln sich wie an einer echten Börse Tendenzen, die das Unternehmen als Prognose nutzen kann. Es zeigt sich immer wieder, dass solche Vorhersagen besonders zutreffend sind. Deswegen setzen immer mehr Unternehmen nicht mehr nur auf teure Marktumfragen und Experten-Meinungen.

Die Deutsche Telekom nutzt kollektive Intelligenz, um Fragen zu neuen Produkten, ganze Roadmapplanungen, Preisfindung, Tarifgestaltung, strategische Entwicklungen aber auch Fragen zu Regulierung oder Nutzungsentgelten zu beantworten. Auf diese Weise erhält die Deutsche Telekom wertvolle Forecasts und über eine Kommentarfunktion Informationen, die sonst nicht den Weg durch die Organisation gefunden hätten. Die Plattform ist zudem so spielerisch gestaltet, dass die Nutzung auch noch richtig Spaß macht. Was will ein Unternehmen mehr: Kosten sparen, Nutzen generieren und Mitarbeiter wertschätzen. Hier ist das Prinzip Social in Bestform umgesetz!

Bleibt nur noch eine Frage:

Was hat das mit HR zu tun?                                                                

„Sehr viel“, behauptet Stephan Grabmeier. SCRUM, Business Model Canvas, Partizipations-JAMs, Social Forecasting und alle anderen Instrumente der fluiden Organisation sind nicht einfach Techniken, die bei passender Gelegenheit aus der Schublade geholt werden. „Das sind HR-Produkte, weil sie die Art wie Menschen zusammenarbeiten verändern“, sagt Stephan Grabmeier. In flexiblen Märkten werden auf Dauer nur fluide Organisationen überleben. HR hat die Kompetenz, genau hier einen zentralen Beitrag zu leisten und sich als proaktiver Co-Pilot für Innovation und Wachstum zu beweisen. Deswegen schließen Edmund Komar und Stephan Grabmeier ihren Vortrag mit einer Aufforderung an die anwesenden Personaler: „… und nun umsetzen!“ – EMPLOYERREPUTATION wünscht allen HR-Kollegen Mut zur Innovation und viel Erfolg!

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